Mehr als 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Klinik, Industrie und der baden-württembergischen Innovationswirtschaft kamen Ende Juni in Freiburg zusammen, um gemeinsam die zweite Förderphase von nanodiag BW einzuläuten.
Dieses Kick-off war kein klassischer Neustart. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aus der ersten dreijährigen Förderphase war von Beginn an spürbar und machte es auch unseren neuen Partnern leicht, sich direkt einzubringen. Für mich war das der schönste Beleg dafür, dass nanodiag BW heute weit mehr ist als ein Forschungsverbund: Es ist ein gewachsenes Innovationsnetzwerk, das nun den nächsten Schritt hin zu einem nachhaltigen Innovationsökosystem geht.
Hanna Hasselblatt, Clustermanagerin nanodiag BW
Diese besondere Atmosphäre zog sich durch die gesamte zweitägige Veranstaltung. Bereits die Eröffnungs-Keynote von Dr. Christian Wellner (Roche Diagnostics) veranschaulichte sehr gut, welches enorme Innovations- und Marktpotenzial die Nanoporentechnologie besitzt. Am Beispiel der langjährigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Roche wurde eindrucksvoll sichtbar, dass der Weg von einer vielversprechenden Technologie bis zur industriellen Anwendung zwar Ausdauer erfordert, sich jedoch aus Sicht eines weltweit führenden Diagnostikunternehmens lohnt.
In den wissenschaftlichen Sessions wurde intensiv über die technologischen Vorhaben der nächsten drei Jahre diskutiert. In den Gesprächen zwischendrin, den Workshops und Poster-Sessions entstand ein intensiver Austausch, was zeigte, wie sehr der Cluster von der interdisziplinären Zusammenarbeit lebt. Neue Ideen entstanden weniger auf der Bühne, sondern gerade in den Diskussionen vor und nach den Programmpunkten.
Ein besonderer Schwerpunkt des zweiten Veranstaltungstages lag auf der Zukunft des Clusters selbst. Wertvolle Impulse lieferten die Vorträge von Dr. Gerd Meier zu Köcker, Leiter der RegioClusterAgentur BW, über nachhaltige Clusterentwicklung sowie von Dr. Christine Neuy, die am Beispiel von microTEC Südwest aufzeigte, wie Innovationsnetzwerke langfristig erfolgreich aufgebaut und weiterentwickelt werden können. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden im Anschluss, wie nanodiag BW auch über die aktuelle Förderphase hinaus als Innovationsnetzwerk etabliert werden kann. Im World Café wurden konkrete Ideen für diese nachhaltige Verstetigung entwickelt und strategisch weitergedacht. Großen Anklang fand außerdem der Founders‘ Evening. Unter der Moderation von Dr. Tobias Groß berichteten Dr. Peter Koltay, Dr. Emilia Neuwirt, Kathrin Brenker und Fabian Lickert offen über ihre Erfahrungen beim Aufbau technologieorientierter Unternehmen. Zwischen persönlichen Geschichten, praktischen Tipps und ehrlichen Einblicken in Erfolge wie Rückschläge entwickelte sich ein ebenso unterhaltsamer wie inspirierender Austausch. Die große Resonanz machte deutlich, dass das Thema Gründen innerhalb des Clusters künftig noch stärker in den Fokus rücken wird.
Die beiden Tage haben gezeigt, dass der Cluster in den vergangenen drei Jahren weit mehr aufgebaut hat als gemeinsame Forschungsprojekte: ein belastbares Netzwerk, das gemeinsam an der Zukunft der molekularen Diagnostik arbeitet. So startet nanodiag BW gestärkt in die zweite Umsetzungsphase.