Zwei Wochen, fünf Städte und zahlreiche neue Kontakte: Mit ihrer NanoporeSCan-Reise durch Kanada haben Sinja Bächtle und Caitlin Turney nanodiag BW in der kanadischen Forschungslandschaft vorgestellt und neue Verbindungen für künftige Kooperationen geknüpft. Beim nanodiag Colloquium im September berichteten die beiden Wissenschaftlerinnen nun über ihre Reise und die vielen Begegnungen vor Ort.
Von Montréal über Ottawa, Toronto und Waterloo bis nach Vancouver: Zwei Wochen lang besuchten Sinja Bächtle und Caitlin Turney 12 verschiedene Forschungsgruppen, Labore und Unternehmen, deren Arbeit zahlreiche Berührungspunkte mit den Forschungsthemen von nanodiag BW bietet. Im Mittelpunkt standen Nanoporen-technologie, molekulare Diagnostik sowie angrenzende Forschungsgebiete wie Mikrofluidik, Point-of-Care-Diagnostik, Proteomik und optische Einzelmolekül-verfahren.
Die Reise war Teil von NanoporeSCan, das im Rahmen der BMFTR-Initiative „Research with North America“ gefördert wird. Ziel ist es, Kontakte für neue Forschungskooperationen aufzubauen, komplementäre Kompetenzen zu identifizieren und das Netzwerk von nanodiag BW international zu erweitern.
Von Montréal bis Vancouver
Erste Station war Montréal. Dort trafen die beiden bei Hahn-Schickard beschäftigten Botschafterinnen unter anderem Teodor Veres vom National Research Council Canada (NRC), dessen Forschung zu Mikrofluidik und Point-of-Care-Diagnostik deutliche Schnittstellen zu Arbeiten innerhalb des Clusters aufweist. Weitere Stationen waren die Gruppen von David Juncker an der McGill University, Rikard Blunck an der Université de Montréal sowie Raphael Trouillon an der Polytechnique Montréal. Die Themen reichten von mikrofluidischen Systemen und Biosensorik bis zu Ionenkanälen und Elektrophysiologie.
In Ottawa standen Besuche bei Vincent Tabard-Cossa und dem Labor von Michel Godin an der University of Ottawa auf dem Programm. Hier konnten die bereits bestehenden guten Verbindungen zu Tabbard-Cossa vertieft und weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit diskutiert werden. Die könnten sich zum Beispiel mit Godins Gruppe ergeben: Sie verbindet Festkörper-Nanoporen mit Mikrofluidik und zeigte ebenfalls Interesse an einem wissenschaftlichen Austausch. Hinzu kam ein Besuch bei Maxim Berezovski, dessen Forschung unter anderem Aptamere, automatisierte Selektionsverfahren und die Analyse biomolekularer Wechselwirkungen umfasst.
Weitere Stationen waren Aaron Wheeler und die CRAFT Facility an der University of Toronto, Clayton Moore von Rapid Novor/EasyM sowie Carolyn Ren an der University of Waterloo. Gerade der Austausch mit Ren eröffnete konkrete Perspektiven: Ihre Forschung zur Mikrofluidik ergänzt die Expertise im Cluster, und für 2027 sind ein Forschungsaufenthalt bei Hahn-Schickard sowie ein Austausch von Studierenden im Gespräch.
Den Abschluss bildete Vancouver mit Besuchen bei Shyh-Dar Li und das Leslie-Lab an der University of British Columbia. Lis Forschung an Lipid-Nanopartikeln und extrazellulären Vesikeln sowie Leslies Einzelmolekül-Bildgebung eröffneten weitere Berührungspunkte zu Themen innerhalb des Clusters.
"Ich halte diese Art von Interaktion mit anderen Forschenden aus angrenzenden Disziplinen für sehr wertvoll, da es uns ermöglicht hat ein viel tiefgreifenderes Verständnis für die Forschungsarbeiten der anderen Gruppen zu erlangen im Vergleich zu beispielsweise einem kurzen Gespräch auf einer Konferenz. Außerdem gelang es uns so, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und eine Basis für den weiteren Austausch und Zusammenarbeit zu schaffen.“
Sinja Bächtle, Hahn-Schickard
Mehr als ein Austausch von Visitenkarten
Vor allem die persönliche Form der Reise erwies sich für Turney und Bächtle als wertvoll. Anders als bei kurzen Begegnungen auf großen Konferenzen boten die Laborbesuche Zeit, Forschungsansätze im Detail kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu identifizieren und mögliche Kooperationen direkt mit den jeweiligen Gruppen und Mitarbeitenden zu diskutieren. Viele der besuchten Forschenden zeigten großes Interesse an den Arbeiten von nanodiag BW und waren offen für einen weiteren Austausch.
„Besonders beeindruckt hat mich, wie herzlich wir überall empfangen wurden und wie groß das Interesse an nanodiag BW und unseren Forschungsthemen war. Vor allem wurde deutlich, dass unsere kanadischen Partner großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Deutschland haben und uns als natürliche Partner sehen – gerade in einer Zeit, in der internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit wichtiger ist denn je. Diese Kontakte eröffnen echte Chancen, unser Netzwerk über Deutschland hinaus zu erweitern.“
Caitlin Turney, Hahn-Schickard
Genau darin liegt der langfristige Wert der Reise: Die Kontakte sind geknüpft – nun gilt es, daraus gemeinsame Projektideen und Forschungskooperationen zu entwickeln. Denn auch das gehörte zum Fazit der beiden beim Colloquium: Damit aus den neuen Verbindungen dauerhafte Partnerschaften werden, müssen sie weiter gepflegt und durch konkrete Projektideen und geeignete Fördermöglichkeiten mit Leben gefüllt werden. Sinja und Caitlin stehen als Ansprechpartnerinnen gerne bereit, um Kontakte nach Kanada zu knüpfen!
NanoporeSCan wird im Rahmen der BMFTR-Initiative „Research with North America“ gefördert.








